Deregulierung, aber richtig

← Alle Gesetze

Zivilrechts-Mediations-Gesetz

ZivMediatG · BG · BGBl. I Nr. 29/2003 · in Kraft seit 2003-06-07

22/04 Sonstiges Zivilprozess, Außerstreitiges Verfahren · Gesamte Fassung im RIS ↗

ÄNDERN
35Freiheitsgewinn (0–100)
EU-gebunden. Die EU-Mediationsrichtlinie (2008/52/EG) verlangt im Kern, dass Mediation gefördert und durch Mediation Verjährungsfristen gehemmt werden; sie verlangt KEIN staatliches Pflichtregister, keinen ministeriellen Beirat und keine zehnjährigen Eintragungsverfahren.

Begründung

Mediation ist eine freiwillige Dienstleistung zwischen mündigen Erwachsenen. Das Gesetz baut darum herum einen großen Verwaltungsapparat: einen Beirat beim Justizministerium, einen Ausschuss und eine vom Minister geführte Liste mit befristeter Eintragung, Verlängerungsanträgen und Streichungsverfahren. Dieser Apparat schützt vor allem den geschützten Titel und damit etablierte Anbieter; der Beirat und das aufwändige Listenwesen können entfallen oder auf eine schlanke Eintragung reduziert werden. Die Fristenhemmung und der Schutz der Vertraulichkeit sollten erhalten bleiben.

Kategorien

Reine BürokratieEntbehrliche StaatsstelleWettbewerbsschutz (Protektionismus)

Belegende Paragraphen

§ 4 — II. Abschnitt ↗ RIS

II. Abschnitt Beirat für Mediation beim Bundesministerium für Justiz Einrichtung des Beirats § 4. (1) Zur Beratung des Bundesministers für Justiz in Angelegenheiten der Mediation ist ein Beirat für Mediation einzurichten. (2) Die Mitglieder und Ersatzmitglieder des Beirats hat der Bundesminister für Justiz für die Dauer von fünf Jahren zu ernennen. Eine wiederholte Ernennung ist möglich. Zur Vorbereitung der Ernennung hat der Bundesminister für Justiz Vorschläge einzuholen (3) Repräsentativ im Sinne des Abs. 2 Z 1 ist eine Vereinigung, der unter Berücksichtigung des fachlichen Tätigkeitsbereichs eine ins Gewicht fallende Anzahl an in der Mediation tätigen Mitgliedern angehört und die bundesweit oder in einem überwiegenden Teil des Bundesgebiets wirkt. (4) In die Vorschläge sind möglichst Personen aufzunehmen, die über praktische Erfahrungen oder theoretische Kenntnisse auf dem Gebiet der Mediation verfügen. Bedacht zu nehmen ist auch auf eine Vertretung der Belange jener, die Mediation in Anspruch nehmen oder hiefür besonders in Betracht kommen.

§ 5 — Aufgaben des Beirats ↗ RIS

Aufgaben des Beirats § 5. Dem Beirat obliegen

§ 7 — Ausschuss für Mediation ↗ RIS

Ausschuss für Mediation § 7. (1) Der Beirat hat aus seinen stimmberechtigten Mitgliedern für die Dauer von fünf Jahren einen Ausschuss, bestehend aus fünf Mitgliedern samt Ersatzmitgliedern, zu wählen sowie einen Vorsitzenden und dessen Vertreter zu bezeichnen. Die Funktionsperiode endet mit der Bestellung eines neuen Ausschusses. Sind ein Mitglied oder dessen Ersatzmitglied ausgeschieden, so hat der Beirat für den Rest der Funktionsperiode einen Ersatz zu wählen. (2) Der Vorsitzende hat die Mitglieder des Ausschusses auf Ersuchen des Bundesministers für Justiz zu Sitzungen einzuberufen.§ 6 Abs. 2 erster und zweiter Satz sowie Abs. 3 gelten entsprechend. Die Mitglieder haben Anspruch auf eine dem Aufwand angemessene Vergütung für ihre Tätigkeiten (§ 30).

§ 8 — III. Abschnitt ↗ RIS

III. Abschnitt Liste der Mediatoren Führung der Liste § 8. Der Bundesminister für Justiz hat eine Liste der Mediatoren zu führen. In der Liste sind Vor- und Familiennamen, Geburtstag, die Bezeichnung des sonstigen Berufs des Mediators, seine Arbeitsanschrift und sein akademischer Grad anzugeben. Gibt der Mediator seinen fachlichen Tätigkeitsbereich oder seine fachlichen Tätigkeitsbereiche an, so sind auch diese in der Liste anzuführen. Die Liste der Mediatoren ist in geeigneter Weise elektronisch kundzumachen.

§ 13 — Eintragung ↗ RIS

Eintragung § 13. (1) Wer die Voraussetzungen der Eintragung in die Liste erfüllt, ist vom Bundesminister für Justiz für die Dauer von fünf Jahren, unter Anführung des Tages des Endes der Frist, einzutragen. Personen, die die Voraussetzungen nicht erfüllen, ist die Eintragung mit Bescheid zu versagen. (2) Der Mediator kann frühestens ein Jahr und spätestens drei Monate vor Ablauf der Eintragungsdauer schriftlich die Aufrechterhaltung der Eintragung für weitere zehn Jahre begehren. Er bleibt bis zur Entscheidung über den fristgerecht gestellten Antrag in die Liste eingetragen. Erneute Anträge, die Eintragung für jeweils weitere zehn Jahre aufrecht zu erhalten, sind zulässig. (3) Im Antrag auf Aufrechterhaltung der Eintragung hat der Mediator seine Fortbildung (§ 20) darzustellen. Die Eintragung ist aufrechtzuerhalten, wenn die fachliche Qualifikation durch den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen weiter gewährleistet ist und keine der übrigen Voraussetzungen nach § 14 vorliegt. Zur Prüfung der Voraussetzungen der Aufrechterhaltung der Eintragung kann der Bundesminister für Justiz den Ausschuss befassen.

§ 14 — Streichung von der Liste ↗ RIS

Streichung von der Liste § 14. (1) Der Bundesminister für Justiz hat, erforderlichenfalls nach Einholung eines Gutachtens des Ausschusses für Mediation, mit Bescheid den Mediator von der Liste zu streichen, wenn ihm zur Kenntnis gelangt, dass eine Voraussetzung nach § 9 weggefallen ist oder nicht bestanden hat, der Mediator seiner Pflicht nach § 20 nicht nachkommt oder er sonst gröblich oder trotz Mahnung wiederholt gegen seine Pflichten verstoßen hat. (2) Darüber hinaus ist der Mediator im Fall seines Verzichts, seines Todes oder wegen Ablaufs der Frist (§ 13) von der Liste zu streichen. (3) Im Fall der Streichung ist der bisherige Eintrag in Evidenz zu halten.

KI-Analyse · 2026-06-06 · 37 §§ im Datensatz