Deregulierung, aber richtig

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Begrenzung von Abwasseremissionen aus der Herstellung von anorganischen Pigmenten

AEV anorganische Pigmente · V · BGBl. II Nr. 6/1999 · in Kraft seit 2000-01-12

81/01 Wasserrechtsgesetz 1959 · Gesamte Fassung im RIS ↗

BEIBEHALTEN
4Freiheitsgewinn (0–100)
EU-gebunden. Richtlinie 2010/75/EU (Industrieemissions-Richtlinie, IED) schreibt BAT-basierte Emissionsgrenzwerte für Großanlagen vor; zudem verweist die Verordnung ausdrücklich auf die EU-Titandioxid-Abfallrichtlinie 92/112/EWG, die spezifische Anforderungen für Abfälle und Abwässer aus der Titandioxidherstellung setzt.

Begründung

Die Herstellung anorganischer Pigmente, insbesondere aus der Titandioxidproduktion, erzeugt Abwasser mit einer Vielzahl gefährlicher Inhaltsstoffe wie Barium, Blei, Cadmium, Chrom und Quecksilber, die ohne Grenzwerte Gewässer schwer schädigen würden. Die Verordnung setzt die IED und die EU-Titandioxid-Abfallrichtlinie um; eine Abschaffung würde verbindliche EU-Mindeststandards verletzen. Zuletzt 2025 aktualisiert, ist die Verordnung technisch auf dem neuesten Stand und aktiv in Kraft. Sie ist als EU-rechtlich gebundene und sachlich notwendige Umweltschutzmaßnahme beizubehalten.

Kategorien

EU-vorgegeben

Belegende Paragraphen

Anl. 1 — Emissionsbegrenzungen gemäß § 1 ↗ RIS

Anlage A Emissionsbegrenzungen gemäß § 1 I) Anforderungen an Einleitungen in ein Fließgewässer II) Anforderungen an Einleitungen in eine öffentliche Kanalisation A 1 Allgemeine Parameter 1. Temperatur 30 ºC 35 ºC 2. Fischeitoxizität GF,Ei 2 c) a) b) 3. Absetzbare 0,5 ml/l 0,5 ml/l Stoffe e) d) 4. pH-Wert 6,5-8,5 6,5-9,5 A 2 Anorganische Parameter 5. Barium 0,1 kg/t 0,1 kg/t ber. als Ba f) 6. Blei 0,03 kg/t 0,03 kg/t ber. als Pb f) 7. Cadmium 0,05 mg/l 0,05 mg/l ber. als Cd 0,15 kg/t 0,15 kg/t g) 8. Chrom – Gesamt 0,03 kg/t 0,03 kg/t ber. als Cr f) 9. Chrom – VI 0,1 mg/l 0,1 mg/l ber. als Cr 10. Cobalt 0,15 kg/t 0,15 kg/t ber. als Co f) 11. Eisen 0,5 kg/t 0,5 kg/t ber. als Fe f) 12. Kupfer 0,075 kg/t 0,075 kg/t ber. als Cu f) 13. Molybdän 0,15 kg/t 0,15 kg/t ber. als Mo f) 14. Nickel 0,075 kg/t 0,075 kg/t ber. als Ni f) 15. Quecksilber 0,01 mg/l 0,01 mg/l ber. als Hg 16. Selen 0,1 mg/l 0,1 mg/l ber. als Se 17. Zink 0,3 kg/t 0,3 kg/t ber. als Zn h) h) f) 18. Ammonium 10 mg/l – ber. als N 19. Chlorid 23 kg/t – ber. als Cl i) f) 20. Cyanid leicht 0,1 mg/l 0,1 mg/l freisetzbar ber. als CN 21. Cyanid – Gesamt 1,0 kg/t 1,0 kg/t ber. als CN f) 22. Phosphor – Gesamt 1,0 mg/l – ber. als P 23

§ 1 ↗ RIS

§ 1. (1) Bei der wasserrechtlichen Bewilligung einer Einleitung von Abwasser aus Betrieben oder Anlagen gemäß Abs. 2 in ein Fließgewässer oder in eine öffentliche Kanalisation sind die in Anlage A festgelegten Emissionsbegrenzungen vorzuschreiben. Bei der Einleitung in ein Fließgewässer darf Abwasser gemäß Abs. 2 Z 1 lit. i feste Abfälle, stark saure Abfälle und behandelte Abfälle im Sinne der Richtlinie des Rates über die Modalitäten zur Vereinheitlichung der Programme zur Verringerung und späteren Unterbindung der Verschmutzung durch Abfälle der Titandioxid – Industrie (92/112 EWG) nicht enthalten; in eine öffentliche Kanalisation darf Abwasser gemäß Abs. 2 Z 1 lit. i nicht eingeleitet werden. (2) Abs. 1 gilt für Abwasser aus Betrieben oder Anlagen mit folgenden Tätigkeiten: (3) Abs. 1 gilt nicht für die Einleitung von (4) Soweit diese Verordnung keine von der AAEV abweichende Regelung enthält, gilt die AAEV ausgenommen § 4 Abs. 7 AAEV für Abwasser aus der Reinigung von Abluft, die in Tätigkeiten gemäß Abs. 2 anfällt. Bei einem Betrieb mit mehreren Tätigkeiten gemäß Abs. 2 Z 1 lit. a bis k sind die Abwässer aus diesen Tätigkeiten als Teilströme im Sinne des § 4 Abs. 5 bis 7 AAEV

§ 2 ↗ RIS

§ 2. Durch nachstehend genannte Parameter der Anlage A werden gefährliche Abwasserinhaltsstoffe gemäß § 33a WRG 1959 erfaßt: Barium (Nr. 5), Blei (Nr. 6), Cadmium (Nr. 7), Chrom – Gesamt (Nr. 8), Chrom – VI (Nr. 9), Cobalt (Nr. 10), Kupfer (Nr. 12), Molybdän (Nr. 13), Nickel (Nr. 14), Quecksilber (Nr. 15), Selen (Nr. 16), Zink (Nr. 17), Ammonium (Nr. 18), Cyanid leicht freisetzbar (Nr. 20), Cyanid – Gesamt (Nr. 21), Sulfid (Nr. 24) und BTXE (Nr. 27). 07.11.2025 10011164 NOR12143326 N8199956292L

§ 3 ↗ RIS

§ 3. (1) Eine Abwassereinleitung gemäß § 1 Abs. 1 in ein Fließgewässer oder in eine öffentliche Kanalisation ist unter Bedachtnahme auf § 3 Abs. 10 AAEV an Hand der eingeleiteten Tagesfrachten der Abwasserinhaltsstoffe zu beurteilen (§ 6 AAEV). (2) Bei einer Abwassereinleitung gemäß § 1 Abs. 1 ergibt sich die höchstzulässige Tagesfracht für einen Abwasserinhaltsstoff (ausgenommen Cadmium), dessen Emissionsbegrenzung in Anlage A als produktionsspezifische Fracht festgelegt ist, durch Multiplikation dieser Emissionsbegrenzung mit der im wasserrechtlichen Bewilligungsbescheid festzulegenden Größe der maximalen Tagesproduktionskapazität für anorganische Pigmente (ausgedrückt in Tonnen pro Tag) einer Anlage gemäß § 1 Abs. 2. (3) Bei einer Abwassereinleitung gemäß § 1 Abs. 2 Z 1 lit. c ergibt sich die höchstzulässige Tagesfracht für Cadmium durch Multiplikation der produktionsspezifischen Emissionsbegrenzung mit der im wasserrechtlichen Bewilligungsbescheid festzulegenden Größe der maximalen Tageseinsatzkapazität für Cadmium (ausgedrückt in Tonnen Cadmium pro Tag). 07.11.2025 10011164 NOR12143327 N8199956293L

KI-Analyse · 2026-07-16 · 7 §§ im Datensatz